Basics
Der genetische Hintergrund ist bei Tonkanesen und Tibetern sehr interessant und auch anspruchsvoll. Für Farbschläge dieser Rassen
ist die sogenannte Albino-Serie wichtig. Es geht dabei im Grunde um Mutation des Ursprungsgens C, der Vollpigmentierung. Es gibt
in der Albino-Serie fünf verschiedene Gene:
cbcb - das Burmesen-Gen
cscs - das Siam-Gen
Der Vollständigkeit halber sind noch zu erwähnen:
Das Burma-Gen cb und das Siam-Gen cs verhalten sich co-dominant, dass heißt sie sind gleich stark. Es ist also möglich,
die beiden Fellfarben zu kombinieren, dabei entsteht eine neue Fellfarbe. Dies ist die typische Tonkanesenfarbe. Bei dieser ist der
Körper mittelbraun gefärbt. Die Points sind dunkelbraun und die Augenfarbe ist Aquamarin. Diese Farbe bezeichnet man als mink.
C - das dominante Gen (in der Genetik werden dominante Gene immer mit einem Großbuchstaben gekennzeichnet, rezessive dagegen
mit einem Kleinbuchstaben.)
C produziert eine Vollpigmentierung der Körperfarbe. In unserem Beispiel wäre das schwarz.

Isis vom Traum des Orients (OKH Ebony); Besitzer: Melanie Bestmann
Es ist eine Mutation zum Vollpigmentierungsgen C. cb verhält sich rezessiv (unterdrückt) zu C, ist aber co-dominant (gleichstark) zum
Siam-Gen cs. Das Burma-Gen führt zu einer "leichten" Aufhellung und reduziert die von uns gewählte Körperfarbe schwarz zu einem dunklen
Braun kombiniert mit grün-gelben oder gelben Augen.

Moondiamonds Brown Sugar (Burma brown); Besitzer: Birgit Ellermann
Es ist ebenfalls eine Mutation zum Vollpigmentierungsgen C. cs verhält sich ebenfalls rezessiv zu C und co-dominant zum Burma-Gen cb. Das
Siam-Gen führt zu einer starken Aufhellung der Körperfarbe. In unserem Beispiel reduziert es das Schwarz zu einer beigen Körperfarbe mit
dunkelbraunen Pfoten, Schwanz, Ohren und Gesichtsmaske (den Points) und intensiv blauen Augen.

WC Bashira Star of Thai (Thai seal-point); Besitzer: Familie Müller
caca - das blaue-Augen-Albino-Gen
Es ist eine Mutation und verhält sich rezessiv zu C, cb und cs. Dadurch entstehen fast komplette Albinos mit einem durchscheinend weißen
Fell und sehr hellblauen Augen.
cc - das Albino-Gen
Es ist eine weitere Mutation und verhält sich rezessiv zu allen anderen Genen dieser Gruppe. Das Albino-Gen produziert komplette Albinos
mit durchscheinend weißem Fell und pinkfarbigen Augen.
Die beiden letzten Gene dürfen nicht mit dem Gen für die Weißfärbung (W) verwechselt werden. Das Gen W ist immer dominant,
während ca und c immer rezessiv sind.
Zur Sache
Bisher war von Tonkanesen nur wenig die Rede, aber jetzt kommen sie:

Ch. Aibon's Igraine (Tonkanese natural-mink); Besitzer: Katja Pelzer
Tonkanesen der 1. Generation, die aus der Verpaarung Burma x Siam hervorgegangen sind, haben alle die Farbe mink (cbcs). Die weiteren
Generationen der Verpaarung Tonkanese x Tonkanese spalten sich auf in die Farben mink (cbcs), point (cscs) und sepia (cbcb) im
Verhältnis 1 : 2 : 1.
Das Märchen
Tonkanesen und Tibeter haben also die drei eben genannten Farbschläge mink, point und sepia. Sie haben aber alle den gleichen Typ,
d. h. die Form von Körper, Kopf, Ohren, Schwanz, Beinen und Pfoten unterscheiden sich nicht voneinander. Der Typ wird im Standard der
Rasse genau beschrieben. Er unterscheidet sich vom Burma- bzw. Siam-Standard. Sepiafarbene Tonkanesen sehen anders aus als Burmesen,
genauso sind pointfarbene Tonkanesen nicht mit den Siamesen zu verwechseln, obwohl sie die gleiche Körperfarbe haben. Die Fellfarbe
point gibt es bei sehr vielen Rassen z. B. Heilige Birma, Ragdoll, BKH Colourpoint, Schneebengalen, Neva Masquerade, Rex. Auch die
Farbe mink kommt bei anderen Rassen vor z. B. Rex, Ragdoll, Bengalen. Es wird immer wieder behauptet, Tonkanesen wären nicht rein zu
züchten, da auch Burmesen und Siamesen in den Würfen auftauchen würden. Das ist absolut FALSCH!!! Die Fellfarbe wird dabei mit der
Rasse verwechselt.
copyright 2004 by Silke Lautz
Cattery von Lenné